Unglaublich, faszinierend, famos

Unglaublich, faszinierend, famos

Mit gemischten Gefühlen reisten wir Sonntag früh um kurz vor 10Uhr nach Mönsheim, die mit zwei Siegen gegen die stärksten Mannschaften in der Gruppe (Vaihingen und Bietigheim) bis dahin eine sehr gute Bilanz aufweisten.

Freundlich begrüßt und auf ruhiger Anlage fingen die Matches mit Position 2 (Micha Knorr), an Position 4 Robert Schulze und an Nummer 6 mit Marc Henne an. Einheimische sowie unsere Anhänger fanden sich auch schon zu dieser frühen Stunde auf der Anlage ein, um die jeweiligen Mannschaften anzufeuern, denn es ging um viel.

Schon schnell wurde allerdings klar, dass es diesmal nicht so einfach werden wird. Micha fand sehr schwer ins Spiel. Seine Füße waren schwer und der Kopf leer. Er kam einfach nicht ins Spiel und verlor den 1. Satz mit ungewohnt schlechtem Aufschlag mit 4:6. Anders hingegen war der Start bei unserer Bank auf Position 6, Marc Henne. Er war und ist ja bisher der Punktegarant schlecht hin, da er dato noch jedes Einzel sowie jeden Doppelpunkt eingefahren hat. So startet er auch diesmal sehr überlegen mit 4:1 in den Satz. Es schien schon alles in trockenen Tüchern, als er schlagartig verkrampfte und ein Fehler nach dem anderen machte. Zu unserem und seinem völlig entsetzen ging der Satz völlig unverständlich mit 4:6 verloren. Robert auf Platz 2 fing auch gut an und man malte sich gute Chancen aus. mit 3:2 (Break vor) und 5:3 lag er im ersten Satz in Führung, als auch Ihn der Teufel ritt und er von seiner Taktik abging und versuchte mit der Rückhand auf Punktefang zu gehen. Dies ging leider nach hinten los und der Gegner konnte sich den ersten Satz noch mit 7:6 im Tiebreak schnappen.
Es sah ganz und gar nicht gut aus, denn die Leute die bisher immer für sichere Siege standen, fingen an zu wanken. Marc bekam von Alex auf der Bank den Kopf gewaschen und so wachte er auch schnell auf und konnte den 2. Satz mit 6:1 klar für sich entscheiden. Zu seinem alten Spiel zurück gefunden, war auch sein erster Matchtiebreak in dieser Saison kein Problem mehr. 10:5 und der erste Punkt ging an den TCS *YEAH* Der Grundstein war gelegt.
Bei Micha war die Situation allerdings aussichtslos, auch wenn wir ihn immer wieder anpeitschten und zum Kampf animierten. Er lag im 2. Satz schon mit 1:4 zurück, als sein Kampf gegen die müden Beine und den leeren Kopf endlich belohnt wurde. Der Gegner fing an Fehler zu machen und unter andauernden Anfeuerungsrufe konnte Micha den 2. Satz umdrehen nach einem 7:5 den Gegner in den Matchtiebreak zwingen. Zur gleichen Zeit konnte Robert auch wieder zu seinem Spiel zurückfinden und entschied nach heiß umkämpften Bällen den 2. Satz ebenfalls mit 7:5 für sich. Auch hier ging es fast zeitgleich in den Matchtiebreak. Man wußte schon gar nicht mehr wohin man schauen sollte, wen man anfeuern sollte und wo man mehr gebraucht wurde. Ich lief während dieser Phase hinter den Plätzen völlig nervös auf und ab und feuerte abwechselnd beiden an.

Robert konnte nach einer 5:2 Führung und 7:8 Rücklage, den Matchtiebreak mit 10:8 schlußendlich umdrehen und zu seinen Gunsten entscheiden. Der wichtige 2. Punkt aus der ersten Runde ging an uns *YEAHYEAH*. Auch bei Micha war es nicht weniger knapp und nicht weniger aufregend. Mit 10:8 konnte auch er das Match für sich entscheiden. Hier traf mein Spruch: “Die guten Spiele sind leicht zu gewinnen, man muss aber auch die schlechten Spiele gewinnen können!” zu. Der andauernde Kampf hatte sich gelohnt und mit Krämpfen im rechten Daumen beendete er das Spiel und somit gingen wir, doch noch völlig überraschend, aus der ersten Runde mit 3:0 zu unseren Gunsten vom Platz.

Mit diesem Superstart ging es in die 2. Runde mit mir (1) auf Platz ein, mit Stefan (3) auf Platz 2 und Nico (5) auf Platz 4. Nico wie immer, ebenfalls ein Punktegarant im Einzel genauso wie Marc, entschied den ersten Satz eigentlich ungefährdet mit 4:6 für sich. Nur im 2. Satz überraschte ihn der Gegner mit einer neuen Netzangriffs-Taktik und ging kurzfristig 1:3 in Führung, bis er sich darauf einstellte und auch diesen Satz mit 6:3 für sich abhakte. 4:0 was will man mehr? :D

Stefan lieferte auf Platz zwei sein wohl bisher bestes Tennis ab und hatte seinen Gegner im ersten wie im zweiten Satz souverän im Griff. Er lies mit 6:3 6:3 nichts anbrennen – so mögen wir das. Kein zittern, kein Matchtiebreak. Bitte weiter so Stefan – dein Tennis war toll.

Ich durfte gegen Andri Jonsson, isländischer Davis Cup Spieler und ehemaliger ATP Tour Spieler auf Platz eins antreten. Mit 190cm Länge, ziemlichen vielen Tatoos, eine recht beeindruckender Spieler. Ein ganz anderes Kaliber wie ich es bisher gewohnt war, was man auch schon beim Einspielen deutlich merkte, da er sich durch seine Spielqualität von den bisherigen Gegner deutlich abhob. Durch mein Kniehandycap malte ich mir nicht großartige Chancen aus und stellte mich auf eine schnelle Abfertigung ein, denn sein Aufschlag war nicht von schlechten Eltern, genauso wie seine Vorhand. Aber man versuchte ja sein möglichstes und so wählte ich nach gewonnener Wahl und mit dem scherzhaften Spruch auf den Lippen: “Gleich mal Breaken!” für Rückschlag. Ich hoffte dabei allerdings eher nicht von den Aufschlägen getroffen zu werden, da meine Reaktion dank meiner Kniee ja doch stark zu wünschen übrig ließ.

Zu meinem und wohl auch zum Erstaunen des Gegners und der Zuschauer konnte ich doch ganz gut returnieren und lag nach drei Spielen mit 3:0 vorne *oops* :-D Aber mir war klar, dass dies nicht lange gut ging, denn es war nur eine Frage der Zeit, bis a) meine druckvollen Bälle nicht mehr reichten, bzw. er auf die Idee kam, seine Vorhand nicht an den Zaun zu nageln, sondern im Feld mit weniger Druck zu plazieren. Nach 4:6 war dann auch der Ofen vollends aus und ich war dank Laufbehinderung nicht mehr in der Lage was entgegen zu setzen. Im zweiten Satz hatte ich endgültig verspielt und musste mich mit 0:6 zu meiner Schande geschlagen geben :(

Aber 5:1 nach den Einzeln war deutlich mehr als sich jeder gedacht, erhofft oder gewünscht hatte. Normal wäre dieser Bericht an dieser Stelle zuende, wenn da nicht noch ein grandioses 2. Doppel stattgefunden hätte. An Position zwei gemeldet, mussten Marc und ich, gegen den Isländer und die Nummer 5 von Mönsheim ran. Wir überlegten schon entsprechende Rüstungen gegen die Aufschläge und die Vorhand des Isländers anzulegen, aber es kam anders als wir dachten. Nachdem Marc in den ersten beiden Aufschlagspielen mit 5 Doppelfehlern glänzte war der erste Satz schon fast verloren. Ok, es war nichts neues das Marc öfter mal Startprobleme hat, aber das war was neues. Nachdem er allerdings zu seinem Spiel gefunden hatte, glänzte er bei 4:5 (vorherig 3:5) und Aufschlag des Isländers, mit grandiosen Returns und spitzen Volleyreaktionen und so konnten wir den Aufschlag des Isländers durchbrechen und zum 5:5 ausgleichen. Den anschließenden Tiebreak bei 6:6 konnte wir dann ebenfalls mit guten Bällen für uns entscheiden. Auch im zweiten Satz, in dem ich diesmal meinen Aufschlag abgeben musste, rannten wir einen Rückstand hinterher. Und wieder gelang uns das entscheidende Ausgleichsbreak gegen den Isländer. Auch diesmal spielten wir die Gegner teilweise an die Wand und so konnte wir mit 7:5 dieses Doppel mit geschwellter Brust auf uns verbuchen. Doppel Nummer eins ging leider nach einem ersten Satz mit 6:1 und einem zweiten Satz mit 4:6 in den Matchtiebreak, mit einem Paukenschlag als Matchball, leider verloren. Eigentlich schade. Das dritte Doppel konnte leider aus seinem positionellem Vorteil mit Stefan (3) und Alex (4) gegen die Setzliste 4 & 6 leider kein spielerischen Vorteil ziehen und mussten sich mit 5:7 und 3:6 geschlagen geben.

Aber auch mit einem Ergebnis von 6:3 sind wir hoch zufrieden und mit sehr viel Selbstvertrauen Richtung TCS abgezogen.

Wie immer gibt es ein paar Bilder vom Spieltag in meiner Gallery zu begutachten, genauso wie die genauen Ergebnis im entsprechenden PDF, welches ebenfalls in der Gallery zu finden ist.